Qualitätsoffensive soll Schwimmfähigkeit sichern

Düsseldorf, 23.01.2017 – „Deutschland wird zu einem Land der Nichtschwimmer“ – zu dieser provokanten Behauptung kann man kommen, wenn man die Ergebnisse vieler Studien der letzten Jahre heranzieht. Rund ¼ der Grundschüler sind demzufolge nach der 4. Klasse immer noch Nichtschwimmer.

Aber auch die übrigen Schüler können nicht als sichere Schwimmer bezeichnet werden. Nur rd. 40 % der 6-10-jährigen besitzen ein Jugendschwimmabzeichen.
Diese Entwicklung wird auch in den Landesverbänden des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) mit großer Sorge gesehen. „In der Vergangenheit haben die meisten Menschen in der Grundschulzeit das Schwimmen erlernt.“, so Christine Gürth vom Bayerischen Schwimmverband, „Wer in dieser Zeit kein Schwimmer wird, der wird es auch später wahrscheinlich nicht.“ Gründe gibt es hierfür viele. Von der Anzahl geeigneter Lehrschwimmbecken und Bäder bis hin zur Qualifikation der Lehrkräfte.

„Wir können diese Probleme nicht alle lösen“, so Holger Voigt vom Badischen Schwimm-Verband, „Aber wir wollen nun von Seiten der Schwimmverbände gezielt die Anfängerausbildung in dieser Altersklasse ausweiten und auf die qualitativ hochwertige Ausbildung unserer Vereine hinweisen.“ Die findet im DSV aktuell in rd. 2.300 Vereinen und 18 Landesverbänden statt.

Inhaltlich gab es in den Ländern jeweils eigene Modelle, welche nun unter dem gemeinsamen Qualitätsstandard „SchwimmGut Zertifizierte Schwimmschule“ zusammengefasst wurden. „SchwimmGut steht nicht nur für gut schwimmen können“, so Emanuel Vailakis vom Schwimmverband Württemberg. „Es steht auch für das Kulturgut Schwimmen, dessen Erhalt uns mehr als wichtig ist!“

Die Kriterien des neuen Siegels machen Vorgaben zu Qualifizierung der Übungsleiter, der Gruppengröße, der Nachhaltigkeit des Angebotes, der Struktur der Lehrpläne und zum Lernziel Schwimmabzeichen. Die Zertifizierung der Vereine erfolgt jeweils für zwei Jahre. Schwimmvereine, deren Ausbildung die Anforderungen des neuen, deutschlandweit gültigen Gütesiegels erfüllen, können das Zertifikat ab sofort beantragen.
Mit dem Bundesverband der Deutschen Sportartikelindustrie und der AOK Nordost haben die beteiligten DSV-Mitgliedsverbände zwei wichtige Partner für ihre Initiative gewinnen können. Sie bilden die beiden grundlegenden Aspekte des Schwimmens ab – Sport und Gesundheit – und werden die zertifizierten Vereine bei ihrer Arbeit unterstützen.